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Lalish Theaterlabor

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Lalish Theaterlabor

Lalish Theaterlabor / Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur

2000-2020

20 Jhare Lalish Theaterlabor Raum
Unser Theater ist ein Fluss, der durch die Welten fließt...

„Der Weg unserer Laborarbeit führt zur Entdeckung einer neuen Verbindung aus Stimme, Bewegung und dem Leben als ganzes. Die Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben, zwischen den ästhetischen und alltäglichen Werturteilen, ist ein entscheidender Faktor für alle unsere Performances und Forschungsprojekte“.
Nigar Hasib und Shamal Amin

Das Lalish Theaterlabor wurde 1998 von Shamal Amin und Nigar Hasib, zwei aus Kurdistan stammende Künstler, in Wien als ein Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur zur Erforschung von „Lieder als Quelle: Aufbruch zu energetischer Stimme und Stimmhandlung, Körperlichkeit und Visualität der Stimme“, „performativer Raum“ und „Rituelle Performance und interkulturelle Arbeit“ gegründet.

Im Juni 2000 konnten sie mit finanzieller Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien ein eigenes Zentrum in der Gentzgasse 62 im 18. Wiener Bezirk eröffnen. Das Lalish Theaterlabor ist Resultat der kontinuierlich durchgeführten experimentellen Performances und Forschungsprojekten von Shamal Amin und Nigar Hasib: 1985-1991 im Nahen Osten zum Kultur-physischen Konzept und von 1992-1998 in Europa zur Erforschung Performativer Kultur und ihrer Techniken.
Die Arbeit erfolgt im Rahmen von Performances, Forschungsprojekten, Interkulturellen Dialogen, Austausch mit nationalen und internationalen Künstler_innen, Workshops, Offenen Laboren, Kooperationen, Auslandstourneen und Gastspiele und führte neben Österreich bisher nach Deutschland, Italien, Holland, England, Frankreich, Schweiz, Dänemark, Polen, Griechenland, Kosovo, Ukraine, Serbien, Bosnien Herzegowina, Bulgarien, Mazedonien, Kurdistan, Irak, Iran, Ägypten, Tunesien, Jordanien, Marokko und Japan.

Kreis als performativer Raum
Als wichtige Voraussetzung zum Übergang zu den Lalish Theaterlabor Projekten erweist sich die Kreistechnik als Strategie des Energieaustausches, des anwesenden Körpers in Raum und Zeit, und anderer Formen der Kommunikation. Hier gibt es keine Trennlinien zwischen den Anwesenden (Performer_innen und Zuschauer_innen), der ganze Raum ist ein Aktionsraum. In diesem Raum gibt es kein Wir/Andere, kein Hier/Dort, Drinnen/Draußen, sondern nur Wir im Hier und Jetzt, und so wird eine aktive Interaktion hervorgerufen. Anhand dieser Raumstruktur entwickelt sich auch spezielle Körperhaltungen, Geste, Stimmtechniken und Töne bei den Performer_innen, also diese Kreisstrategie betrifft nicht nur die Anordnung des Publikums in einem Kreis, sondern auch die gesamte Performance und ihrer Techniken.

Lieder sichtbar machen
Stimme und Lieder werden hier zur Quelle des Rhythmus, der physischen Präsenz, zur Quelle der Handlung. Lieder werden nicht nur gesungen, sondern getan. Diesen Prozess nennt Shamal Amin „Lieder sichtbar machen“. Erforschung des Körpers durch die Stimme, die Physis der Stimme, kulturelle und individuelle Ursprünge, sind die inneren Aspekte der Lalish Theaterlabor Performances. Hier werden Lieder und Stimme nicht zur Vertiefung von dramatischen Handlungen eingesetzt, oder um zwei Szenen miteinander zu montieren, oder um zu versuchen den Inhalt eines Liedes zu verkörpern.
Es werden auch keine Lieder für bestimmte Anlässe oder zu passenden Situationen gesungen. Mit diesem Arbeitsprozess widmet sich das Lalish Theaterlabor der heute weitgehend vergessenen archäologischen Suche nach der menschlichen Stimme, nach ihrer Wirkung und ihren individuellen und kulturellen Ursprung.
Durch diese eigene Arbeitsmethode versuchen Nigar Hasib und Shamal Amin eine eigene, mittelbare und künstlerische Sprache zu entdecken, die außerhalb des linguistischen Zeichensystems steht. Diese neue, nicht-linguistische Sprache besteht aus Silben, Klängen, Tönen und Lauten, deren Quellen aus verschiedenen Kulturen entspringen und die es dadurch auch ermöglichen, einen frischen Kommunikationsweg in Performancearbeit einzuschlagen. Diese nicht-linguistische Sprache unterscheidet sich deshalb grundlegend von den heutigen, so genannten künstlerischen Sprachen des vorherrschenden Welttheaters, die sich konventionell mit Dingen, Gegenständen, Geschichten und Repräsentation auseinandersetzen. Wenn in einigen Performance linguistische Textmaterialien in verschiedenen Sprachen verwendet werden, dann nicht als Mittel für Verständigung und Interpretation, sondern als musikalisches und rhythmisches Instrument.

Performances
Erwähnenswert ist, dass in allen Lalish Theaterlabor Performances keine festgelegte Figuren gespielt oder dramatische Rollen repräsentiert werden, daher wird auch der Begriff „Feiernder“ anstatt „Schauspieler_in“ verwendet. Die Performance no shadow ist eine der erfolgreichsten Projekte dieses Prozesses, sie wird bereits seit 2006 in verschiedenen Versionen als Performance und als methodische Demonstration mit Workshop und internationalem Arbeitsaustausch in Österreich und an 23 internationalen Theaterfestivals, sowie an Schauspielschulen und Kunst- und Theaterakademien durchgeführt.

"no shadow" wurde von Kritikern als eine Reise vom Ursprung zur Gegenwart, als eine rituelle, sinnliche, poetische und visuelle Performance bezeichnet. Die Performance wurde bei Theaterfestivals in Sarajewo "49th MESS international Theatre Festival" 2009 mit dem Award "Sound of MESS 2009", am 17th Jordan international Theatre Festival 2010 in Amman/Jordanien mit einem Ehrenpreis und mit dem Award JACQUES LACARRIERE "Acting as dialogue between civilizations" am 10th International Theatre Festival "Actor of Europe 2012" in Mazedonien ausgezeichnet.
Eine weitere Performance aus diesem Arbeitsprozess "monos", wurde September 2012 mit dem Award "The best voice and ritual performance" sowie einem Ehrenpreis am Al-Toqous International Theatre Festival in Amman/Jordan ausgezeichnet.

Aktuelle Performances und Forschungsprojekte: the garden of dreams, thea door of sand, my voice is my memory, the blue room

Plattform für interkulturelle Dialoge im Lalish Theaterlabor
Seit 1999 konnten im Rahmen der „Lalish Interkulturelle Dialoge“ kontinuierlich zahlreiche Künstler_innen und Wissenschaftler_innen ihre Projekte und Erfahrungen im Lalish Theaterlabor dem Wiener Publikum präsentieren. Anlässlich des 15jährigem Jubiläums erweitert und entwickelt das Lalish Theaterlabor 2013 sein Konzept der Interkulturalität weiter und schafft in Wien eine Plattform für einen noch tiefer greifenden interkulturellen Dialog, in der eine Reihe von Projekten in Kooperation mit verschiedenen Kunst- und Kulturinstitution, Theatergruppen, Einzelkunst- und Kulturschaffenden aus Wien und den Bundesländern sowie Indien, Japan, Holland, Italien, Kroatien, Kosovo, Jordanien und Marokko in Form von offenen Dialogen, Arbeitspräsentationen, Austausch und Workshops verwirklicht werden.
 


Lalish Theaterlabor
Gentzgasse 62
1180 Wien

+43 01 4780609

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