Kulturwerkstatt Kammgarn
Ein starkes Team schafft Kultur
Seit dem Ende der Siebziger Jahre hat es in Hard eine Gruppe von Kunst- und Kulturinteressierten und –schaffenden gegeben, die - bekannt geworden durch die Produktionen der Theatergruppe Hard – seit Mitte der Achtziger Jahre geeignete Aufführungsmöglichkeiten für Kleinkunst suchte. Inspiriert vom Wiener Theater am Petersplatz, schwebte die Vorstellung einer Kombination Bühne plus Café vor. Anfang der Neunziger Jahre startete dann die „Initiative Kulturwerkstatt Umspannwerk“ – eine Gruppe bestehend aus Leuten verschiedenster Fachrichtungen wie Baufachleute, Musiker, Kleinkunstinteressierte, Jugendarbeiter – mit ihrer Arbeit an der Erstellung eines Konzepts für eine Kulturwerkstatt im stillgelegten Umspannwerk an der Rheinstraße. Gesucht wurden Möglichkeiten, aus den gegebenen Räumlichkeiten Bühne, Café, Proberäume und Begegnungsstätte zu machen. Es entstand ein Konzept, das zukunfstweisend und vorbildwirkend wurde: Es sollten vor allem heimische Kleinkunstproduktionen gefördert und erarbeitet werden.
1993 wurde dann, um den Ideen der Initiativgruppe Nachdruck zu verleihen und die Vorstellungen der Gruppe öffentlich zu machen, „Kultur im Zelt“ das erste Mal veranstaltet. Jedes Jahr wurde das Festival auf der Harder Seewiese durchgeführt, bis 1996 das Festival in die Kammgarn eingezogen ist. 1997 wurde die Veranstaltungsreihe in FOEN-X umbenannt, um auf den Wechsel vom Zelt auf der Seewiese zu den Räumlichkeiten in dem denkmalgeschützten Industriegebäude hinzuweisen. „Kultur im Zelt“ und FOEN-X sind neben der Veranstaltung von eingekauften Produktionen immer auch Podium für Eigenproduktionen gewesen (u.a. „Der Bär“, Lesung Peter Hagenah, die Produktion „Poesie und Musik: Francois Villon“ oder die engagierte Kindertheatergruppe der Kammgarn mit \'Mugnong\' oder \'Zauberei\' unter der Leitung von Iris Biatel-Lerbscher und Jutta Faigle).
1998 wurde der Verein „Forum für Kunst und Kultur Kammgarn“ gegründet, der neben dem Betrieb der Kammgarn das Ziel hat, möglichst viele „Eigenproduktionen“ anzuregen, zu fördern und zu präsentieren. Dazu bieten der Musikproberaum, das Atelier, Der Theaterproberaum und der Veranstaltungssaal die räumlichen Voraussetzungen. Räume allein machen selbstverständlich noch keine Produktionen; dazu gehören Menschen, die die Räume auch nutzen. Und das alles gehört organisiert. Deshalb strampelt sich ein starkes Team ab, um den Betrieb aufrecht zu halten und Künstler verschiedener Kunstsparten zusammenzubringen. Brigitte Rendl-Maurer, Manfred Rendl, Sonja Biatel-Kassler, Ursula Faigle, Sibylle Hartmann und Adrian Biatel sind für die Organisation der Veranstaltungen und den Probenbetrieb zuständig.
Es ist immer wichtig gewesen, daß Menschen sich in der Kammgarn treffen, sich über Kunst auseinandersetzen und Kunst schaffen. Deshalb haben die Organisatoren auch immer wieder darauf gedrängt, daß Eigenproduktionen erarbeitet werden, daß sich Musiker und bildnerische Künstler, Theaterleute und Autoren, Tänzer und Lichtdesigner zusammentun und etwas auf die Beine stellen. Und dieses Konzept fruchtet.Das alles ist aber nur möglich, weil es die Kammgarn räumlich gibt und weil es die Kammgarn ideell gibt – durch ein Team engagierter, mutiger, durch den Teamgeist immer wieder neu animierter, leidenschaftlicher Kunst- und Kulturliebender.